Wirtschaftswissenschaftler Reiner Eichenberger verlangt eine Abgabe für Migranten in der Schweiz. Damit könne die Zuwanderung in das attraktive Land gesteuert werden.
- wie die Politik ein ernsthaftes Problem in unverantwortlicher Weise zur Herausforderung umettikettiert und zur Chance schönredet.
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Samstag, 29. Oktober 2016
Mittwoch, 10. August 2016
Wirtschaft - Die große Furcht vor dem zweiten Flüchtlingsstrom
Es waren die Topmanager und Ökonomen, es war Deutschlands Wirtschaftselite, die am meisten Zuversicht verbreitete. Ihr machte der Flüchtlingsstrom, der auf das Land zufloss, keine Angst. Im Gegenteil: Die Menschen, die hier Schutz suchten, könnten die ganz großen Probleme der Bundesrepublik lösen – so die Idee.
Sie würden die dringend notwendigen Arbeitskräfte sein, die das deutsche Wirtschaftswunder auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten. Außerdem könnten die meist sehr jungen Asylbwerber eine Antwort auf die demografische Krise sein, die unserem Land ansonsten droht.
Offenbar wurden die Entscheider jetzt von der Realität eingeholt. Denn die Aussicht, dass der Flüchtlingsdeal mit der Türkei platzt und auf die Bundesrepublik ein neuer Ansturm von Asylbewerbern wartet, schreckt sie geradezu auf. Das zumindest zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedern des Leaders Parliament, die von Roland Berger und der "Welt" durchgeführt wurde.
Montag, 8. August 2016
Lebten alle wie die Deutschen, bräuchte es 3,1 Erden
BERLIN. Die schwarze Null muss stehen im Haushalt, da ist der Bundesfinanzminister bekanntlich unerbittlich. Die Deutschen sollen nicht auf Pump leben: ausgegeben wird, was da ist. Geht es nicht ums Geld, sondern um den Verbrauch von Ressourcen wie Wasser, Wald und Fläche, sieht es mit der deutschen Disziplin längst nicht so gut aus. Eigentlich war schon Ende April alles aufgebraucht. An diesem Montag ist es für die gesamte Weltbevölkerung so weit: Sie hat alles gerodet, gegessen, bebaut und verschmutzt, was ihr für 2016 zusteht. Der Rest kommt obendrauf. Von Nachhaltigkeit keine Spur.
Was bedeutet das?
Sonntag, 12. Juni 2016
"Wir müssen mit mehr als 500.000 rechnen."
Das BAMF schätzt, dass jeder Flüchtling in Deutschland im Schnitt einen Familienangehörigen nachholt. Prof. Gunnar Heinsohn, Demograph am NATO Defense College Rom, in einem Radio-Interview über soziale Folgen und ökonomische Kosten. (Quelle: MDR)
Samstag, 4. Juni 2016
Flüchtlinge lösen nicht das Problem des Fachkräftemangels
KÖLN/BONN. Willkommenslotsen für Flüchtlinge, Unterstützung bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, Beratung für Unternehmen - auf vielfältige Weise engagieren sich Industrie- und Handelskammern bei der Integration von Flüchtlingen. Darüber sprach Ralf Arenz (und zwar eindeutig tendenziös) mit den IHK-Präsidenten aus Köln und Bonn/Rhein-Sieg Werner Görg und Wolfgang Grießl.
Dienstag, 15. März 2016
Bevölkerungsexplosion führt zu Völkerwanderung
Die Migranten sind fast nur junge, beschäftigungslose Männer, mit und ohne Anhang, aus Marokko, aus den angrenzenden Staaten des gescheiterten "arabischen Frühlings" bis Syrien, dem Irak und sogar bis Afghanistan. Ihre Reisekosten zum Drehpunkt Istanbul und weiter nach Nordeuropa (Flugzeug, Bus, Bahn, Schiff) werden von ihren Großfamilien oder von Agenten vorfinanziert, um dann von den großen Sozialleistungen der Einheimischen refinanziert zu werden.
Freitag, 4. März 2016
Flüchtlingskrise: Wieso Krise? - Chance für Deutschland!
Christoph Strässer von der SPD mokierte sich bereits im August 2015: In der öffentlichen Wahrnehmung zum Asylzuzug nach Deutschland gehe es immer nur um die Kosten und Belastungen der Kommunen, so der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung gegenüber der "Tagesschau". Er vermisse, dass über die Chancen der Zuwanderung gesprochen werde, über die Fähigkeiten und Talente der Flüchtlinge.
Denn inzwischen transportiert der öffentliche Diskurs über Migranten in Deutschland meist eher Skepsis denn Hoffnung: "Mit großer Sorge beobachten wir, dass die weit verbreitete öffentliche Stimmung gegen Geflüchtete auch durch Äußerungen bundesdeutscher PolitikerInnen begünstigt wird ... All dies erinnert uns fatal an die Zustände in Deutschland in den frühen 1990er-Jahren," schreibt das auf Rechtsradikalismusforschung spezialisierte Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) in einer Presseerklärung mit dem Titel "Das Problem heißt Rassismus".
Mittwoch, 2. März 2016
Die größte Hürde ist die Sprache
Flexibilität und Improvisationstalent sind derzeit an allen Stellen gefragt, an denen die vielen Flüchtlinge registriert und beraten werden, die täglich ins Land kommen. Um die Menschen möglichst schnell zu integrieren, brauchen sie einen Arbeitsplatz. Doch den zu bekommen, ist für viele Geflohene nicht so einfach.
Samstag, 30. Januar 2016
"Die Kosten sind derzeit tragbar"
Die Bonner Ökonomin Isabel Schnabel, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, über die Auswirkungen der Flüchtlingskrise:
Freitag, 18. Dezember 2015
"Man kann die meisten qualifizieren"
Hans Peter Wollseifer (Foto oben), Präsident der Handwerkskammer zu Köln, sieht in der Flüchtlingskrise die Chance, den erwarteten Fachkräftemangel in Deutschland abzumildern.
Was würde der Handwerksunternehmer, der Sie sind, sagen: Kann die Flüchtlingskrise zu einer Chance für die deutsche Wirtschaft werden? Oder ist sie vor allem kostenträchtige Belastung?
Die Wirtschaft braucht 600 000 Fachkräfte. 40 Prozent der Betriebe im Handwerk haben Probleme, offene Stellen zu besetzen, übrigens auch hier bei uns in der Region. Aber die Betonung liegt auf Fachkräfte, und die, die kommen, sind nicht alles Fachkräfte.
Dienstag, 24. November 2015
Ausbeutung von Migranten
Die Wirtschaftsweisen fordern für Flüchtlinge Ausnahmen beim Mindestlohn. Hier sollen die Flüchtlinge gegen die einheimischen Arbeitnehmer bevorzugt werden, obwohl später im Artikel steht, dass Migranten nicht schlechter gestellt werden sollen. Wer bei gleicher Arbeit nicht gleichen Lohn bezahlt, behandelt diese Personen schlechter und schürt Hass. Wer unter Mindestlohn zahlen will, will keine Menschen, sondern Sklaven beschäftigen.
Gleichzeitig soll die Mietbremse abgeschafft werden. Wie sollen Migranten die Mieten zahlen, wenn noch nicht mal Mindestlohn bezahlt wird?
Montag, 16. November 2015
Begabungstests für Flüchtlinge
BONN. Viele Flüchtlinge möglichst schnell in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren - hierin sehen Wirtschaftsforscher eine vorrangige gesellschaftliche Aufgabe für die kommenden Jahre. Aber wie kann ein Unternehmen feststellen, welcher Asylsuchende für den zu vergebenden Job überhaupt infrage kommt?
Hilfe bietet die in Bad Godesberg ansässige ITB Consulting GmbH an. Das Unternehmen entwickelt seit Jahrzehnten Auswahlverfahren und Eignungstests für Hochschulen und Unternehmen. Jetzt wollen die Bonner Firmen helfen, geeignete Asylbewerber zu finden.
Samstag, 14. November 2015
"Wir müssen Geduld haben"
Dieter Dresbach ist Demografiebeauftragter der Stadt Wiehl, der einzige Fachmann dieser Art in den oberbergischen Rathäusern. Reiner Thies sprach mit ihm darüber, ob der Flüchtlingszustrom eine Bedrohung oder eine Chance für Oberberg darstellt.
Der Flüchtlingszustrom nach Deutschland hält an. Muss man sich Sorgen machen?
Nein, Angst ist sicherlich nicht angebracht. Wenn es dennoch übertriebene Sorgen und Vorurteile gibt, müssen wir sie abbauen. Eine ehrliche Kommunikation ist Teil einer gelingenden Integration. Wir sollten Gesprächsrunden einberufen, in denen sich eingesessene Bürger und Flüchtlinge kennen lernen. Überhaupt müssen wir in der Flüchtlingsfrage alle gesellschaftlichen Gruppen an einen Tisch bringen. Die Vereine könnten noch einen viel größeren Beitrag zur Integration leisten.
Donnerstag, 5. November 2015
Flüchtlinge als Fachkräfte? Hoffnungen und viele Fragezeichen
Berlin (dpa) - Ali Nazari hat seine Hoffnung nicht verloren. Seit knapp einem Jahr brennt der Iraner darauf, in Deutschland endlich arbeiten zu können.
"Ich schreibe jede Woche zehn Bewerbungen", sagt er. Sein Fall zeigt, wie schwer es für Flüchtlinge sein kann, hier einen Job zu finden - selbst wenn sie qualifiziert sind. Welche Chancen haben die Flüchtlinge? Und sind sie die Lösung für die wachsenden Probleme des Fachkräftemangels und Arbeitskräftebedarfs?
Donnerstag, 15. Oktober 2015
Experte warnt: Einwanderung in die sozialen Sicherungssysteme
Die deutschen Sozialversicherungssysteme sind nach Ansicht des Freiburger Wirtschaftswissenschaftlers Bernd Raffelhüschen in keiner Weise auf die Zuwanderung von mehr als einer Million Menschen vorbereitet.
"Die Folge werden massive Steuererhöhungen sein", sagte Raffelhüschen vor einer Fachtagung der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Schon heute gebe es in Deutschland Hunderttausende unqualifizierte Arbeitslose.
Mittwoch, 30. September 2015
Flüchtlinge als Wirtschaftsfaktor
Rhein-Berg. Es ist landauf, landab das gleiche Spiel. Händeringend suchen Kommunen nach Wohnraum für Flüchtlinge, nach sanitären Einrichtungen, nach Essenslieferanten und vieles mehr. Was auf der einen Seite eine enorme Belastung für die Haushalte darstellt, wandelt sich in Aufträge für Unternehmen. Ein kleines Konjunkturprogramm auch in Rhein-Berg.
Auch mit Trittbrettfahrern, die an der Not verdienen wollen. So kennt die Bergisch Gladbacher Verwaltung inzwischen mehrere Immobilienbesitzer, die ihre Preise nach oben korrigieren, sobald eine Anfrage der Stadt vorliegt. Da werden aus einem Mietpreis von 890 Euro schnell 1500 Euro. Objekte, die jahrelang wie Blei im Angebot von Immobilienmaklern lagen, werden nun wieder interessant. Aber der Immobilienmarkt ist nur eine Facette.
Andreas Kuhlen, bei ihm laufen in der Stadt Bergisch Gladbach die Fäden bei der Flüchtlingsversorgung zusammen, muss sich inzwischen fast jeden Tag mit Absagen und Verzögerungen herumschlagen. Kuhlen: "Vieles, was wir brauchen, ist im Augenblick gar nicht, oder wenn doch, dann nur in Wochen oder Monaten zu haben." Dabei greift Kuhlen auf ein bestehendes Netzwerk zurück. "Wir haben unsere Grossisten, mit denen wir zusammenarbeiten."
Allerdings stamme diese Zusammenarbeit aus einer Zeit, als Bergisch Gladbach wenige Flüchtlinge hatte. Und 50 Stück weiße Bettwäsche sind leichter zu ordern als 400 - wenn Bettwäsche praktisch in jeder Kommune gesucht ist. Deshalb wird auch überlegt, ob man bei einigen Produkten nicht direkt zu Ikea fährt.
Kuhlen verfolgt, wie die Preise praktisch täglich steigen. Er weiß auch, dass dagegen derzeit kein Kraut gewachsen ist. "Wir müssen die Flüchtlinge versorgen und haben dann keinerlei zeitlichen Spielraum. Wir nehmen, was wir kriegen." Kuhlen erinnert an die förmlich explodierenden Zahlen von Flüchtlingen. Und ein Ende sei ja nicht abzusehen. "Der Markt wird also immer enger."
Weil es immer mehr Flüchtlinge gibt, müssen auch immer mehr Menschen angestellt werden, die sich um sie kümmern. Die Agentur für Arbeit steigt laut Pressesprecherin Regina Wallau intensiv in die Flüchtlingsbetreuung ein. "Erst heute haben wir eine neue Stelle für die Flüchtlingsversorgung geschaffen." Für sie ist klar: "Die Flüchtlinge sind definitiv ein Wirtschaftsfaktor." Sie wohnen, sie kaufen ein und irgendwann werden sie arbeiten - das wiederum braucht Menschen, die sie in Arbeit bringen. Weitere Einstellungen bei der Agentur für Arbeit sind geplant. Die neuen Stellen sollen die verschiedenen Anlaufstellen für Flüchtlinge koordinieren. Bei den jungen Flüchtlingen sieht Regina Wallau ein "großes Potenzial" für die Ausbildung.So wirkt sich der Andrang der Flüchtlinge ganz unterschiedlich auf verschiedene Wirtschaftssparten und Institutionen im Rheinisch-Bergischen Kreis aus. Einige Beispiele.
Die Betreiber
Auch beim Deutschen Roten Kreuz oder beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) werden neue Stellen geschaffen. Anne Paweldyk vom ASB ist in Rhein-Berg für zwei Unterkünfte zuständig, eine in Burscheid, eine in Untereschbach. Pro Unterkunft braucht der ASB laut Paweldyk einen Sozialarbeiter und weiteres Personal: vier Rettungshelfer, -sanitäter oder Krankenschwestern sowie vier weitere Personen.
Paweldyk: "Dieses Personal brauchen wir - egal ob es um 50, 100 oder 250 Gäste geht." In den ASB-Einrichtungen gibt es zudem noch einen Sicherheitsdienst. Paweldyk: "Die sind immer zu zweit da und sollen sich im Hintergrund halten." Gegenwärtig laufe noch die schrittweise Umwandlung in eine Einrichtung im regulären Betrieb. Bis Ende dieser Woche hofft Paweldyk, mit den Bewerbungsgesprächen durch zu sein. Die Einstellungen erfolgten zunächst befristet auf ein halbes Jahr. Auf der Suche nach zusätzlichem Personal ist auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das gegenwärtig fünf Einrichtungen in Bergisch Gladbach, Rösrath und Wermelskirchen betreibt. Sprecherin Svenja Küppers: "Wir suchen Sozialarbeiter, hauswirtschaftliche und medizinische Fachkräfte."
Bis gestern habe das DRK bereits 40 Personen neu eingestellt. Küppers: "Die brauchen wir auch, wenn Sie eine Betreuung von acht bis 22 Uhr sicherstellen wollen."
Die Ausstatter
Normalerweise stattet das Rösrather Unternehmen Jola.rent Filmsets aus. Doch jetzt sind allein 18 Fahrzeuge in der Nachbarschaft unterwegs. "Zelte, Toilettenwagen, Generatoren, Crewbusse, Kühlwagen, Rettungsbusse, Sattelauflieger, ja sogar fahrbare Waschsalons sind im Einsatz", zählt Geschäftsführer Joachim Langen auf. "Ja, es ist ein neues Geschäftsfeld für uns", bestätigt er. Auch Containeranlagen aus Südeuropa kauft das Unternehmen jetzt auf. Aber, darauf legt der engagierte Rösrather Wert: "Wir nehmen die gleichen Preise, die wir sonst auch nehmen."
Die Versorger
In Rösrath, Troisdorf-Sieglar, Hennef und Leverkusen versorgt der "Deka Integrationsbetrieb" Menschen in Erstaufnahme-Einrichtungen mit Essen. "Normalerweise machen wir etwa 6000 Essen pro Tag", sagt Prokurist Wolfgang Kraut. "Jetzt sind es 600 mehr." Das schaffe Arbeit, so Kraut.
Mitarbeiter sucht der Betrieb, der zum Verein "Die Kette" gehört, über das Jobcenter, über Aushänge und Ausschreibungen. Etwa 40 Neueinstellungen hat es bis jetzt gegeben. Kraut: "In Rösrath suchen wir aktuell noch Mitarbeiter für den Abend-Pool." Abgerechnet wird pro Teilnehmer für Frühstück, Mittagstisch und Abendessen.
"Wir kochen für die Flüchtlinge nicht groß anders als sonst", berichtet Kraut. Überwiegend Kitas und Schulen beliefert die Deka. "Da ist Schweinefleisch auch nicht unbedingt das Hauptthema, eher Pasta und Gemüse." Dennoch: Statt Hämchen, Rotkohl und Knödel gibt's öfter mal Couscous und Rohkost und Fisch.
Die Handwerker
"Viele Gewerke sind in die Instandsetzung der Flüchtlingsunterkünfte involviert", sagt Markus Otto, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. "Zeltstädte müssen verkabelt werden, Gebäude saniert oder ausgebaut, Brandschutz installiert. Da sind eigentlich alle Bereiche gefragt: Sanitär, Elektro, Metallbau, Tischler, Maler, Holz- und Trockenbau, und so weiter."
Die Stadt Bergisch Gladbach habe, so Otto, die Handwerksbetriebe direkt angesprochen, "alles andere hätte viel zu lange gedauert". Aktuell läuft der Ausbau von Haus Pohle in Schildgen. Auch in anderen Gemeinden soll die Errichtung von Wohnbauten von einheimischen Handwerkern gestemmt werden. "Es ist eine zusätzliche Herausforderung, denn die meisten Betriebe sind gut ausgebucht. Aber alle geben sich Mühe, diese wichtigen Maßnahmen dazwischen zu schieben." Wie hoch das zusätzliche Auftragsvolumen bei den Unternehmen am Ende zu Buche schlägt, will Otto nicht beziffern. "Dafür ist es noch zu früh."
Der Containerhersteller
"Da ergeben sich auch für uns neue Perspektiven", sagt der Geschäftsführer des Kürtener Systemherstellers Mainzer und Sohn. Aber sein Unternehmen baue keine "Kisten", die jetzt überall im Einsatz seien, sondern hochwertige Systemeinheiten. Dafür sei der aktuelle Bedarf überschaubar. Geliefert werden zum Beispiel Systemeinheiten für die Unterbringung von Röntgenapparaten im Rahmen der Erstaufnahme. Mittel- bis langfristig allerdings rechnet Mainzer mit mehr Aufträgen.
Man habe auch überlegt, jetzt eine neue, einfachere Produktionslinie aufzubauen. "Aber das passt nicht zu uns. Wir sind die richtige Adresse, wenn es darum geht, Unterbringungen mit hoher Wohnqualität zu schaffen." Auf Dauer könnten die Flüchtlinge ja nicht in den provisorisch hergerichteten Containern leben. Es gebe bereits Gespräche mit verschiedenen Kommunen. "Aber da ist es im Augenblick noch zu früh, um Vollzug zu vermelden." Aktuell sind jedenfalls keine Ausweitung der Produktion und auch keine Neueinstellungen geplant.
Dienstag, 22. September 2015
Sonderabgabe für die Profiteure
Man könnte die Wirtschaft ganz leicht wieder in den Dienst der Menschlichkeit stellen, es kostet nur ein wenig politischen Mut. Wie wäre es denn mit einer "Sonderabgabe Flüchtlingshilfe" oder "Notopfer Völkerwanderung" der Waffenindustrie? Jeder, der Waffen produziert und vertreibt (oder zu Hobby-Jagdzwecken besitzt), könnte zu einer solchen Abgabe herangezogen werden. Es träte damit eine Verknüpfung von Ursache und Wirkung ein, die unser Sozialsystem erheblich entlasten, ja auffüttern würde. Die gesamte Branche (und ihre Hobby-Mitglieder) ist ausreichend vermögend. Und moralisch schon längst verpflichtet.
Damit hätten die Lobbyisten und Spitzenpolitiker eine EU-konstruktive Aufgabe. Und eine Chance zu zeigen, wes Geistes Kind sie sind. Ich möchte in einem geeinten Europa leben, in dem Freiheit im Denken, Brüderlichkeit in der Wirtschaft und Gleichheit vor dem Gesetz Grundwerte sind, und hoffe, dass ich dazu beitrage, wenn ich mich in diesem Sinne verhalte - allen Menschen gegenüber.
Samstag, 19. September 2015
"Deutsch, deutsch, deutsch"
BERLIN. Sigmar Gabriel hat in den vergangenen Tagen und Wochen zahlreiche Anrufe von Unternehmern und Managern erhalten. Den einhelligen Tenor der Anrufer fasst der Bundeswirtschaftsminister so zusammen: "Wir wollen mitmachen." Wobei?
Montag, 14. September 2015
Firmen leisten Hilfe für Flüchtlinge
KÖLN. Was viele Bundesbürger seit Tagen immer öfters praktizieren, macht sich zunehmend auch in Unternehmen breit: Spontane, unbürokratische Soforthilfe für Tausende von Flüchtlingen. Ob Telekom, Daimler oder BMW, Bayer, Trumpf oder Rossmann, RAG, Alltours oder Porsche - die Liste der Helfer und Unterstützer wird täglich länger. Doch was sind die Beweggründe für den Einsatz in Not- und Krisenlagen wie jetzt beim Flüchtlingsthema?
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